Gold und Silber – welche Seite muss wo hin?

Die Rettungsdecke gehört in jede Auto- und Freizeitapotheke. Sie schützt vor Unterkühlung und hat ausserdem noch weitere praktische Eigenschaften. Aber welche Seite muss denn nun nach innen bzw. aussen?

Rettungsdecken sind vielseitig einsetzbar. Ursprünglich für die Raumfahrt entwickelt, hat sich das Material auch im Rettungswesen bewährt. Eine Rettungsdecke nach DIN-Norm misst 210×160 cm und besteht aus zwei Schichten: einer meist gelblichen Polyesterfolie und einer stark reflektierenden Beschichtung aus Aluminium. Daher haben die meisten Rettungsdecken eine goldene und eine silberne Seite.

Schutz gegen Unterkühlung

Zum Einsatz kommt die Rettungsdecke meistens dann, wenn Unterkühlung droht. Auch wenn eine Person unter Schock steht und zu frieren beginnt, kann sie den Körper bei der Regulierung der Körpertemperatur unterstützen. Dazu wird die Person sorgsam in die Folie eingewickelt. Das Gesicht bleibt frei. Damit die aufgewärmte Luft zwischen Körper und Decke nicht wieder entweicht, kann man die Decke an den Enden verknoten oder zusammenkleben. Zusätzliche Kleidung oder Decken unter der Rettungsdecke sorgen für eine wärmende Schicht.

Die Rettungsdecke selbst hat keine isolierende Funktion. Dafür ist sie viel zu dünn. Stattdessen reflektiert sie die Körperwärme und verhindert, dass diese durch Abstrahlung verloren geht. Die silberne Seite zeigt dabei nach innen zum Körper hin, da die Reflektion auf dieser Seite etwas stärker ist. Allerdings ist der Unterschied nicht sehr gross, weshalb die Frage nach der Seite nicht ganz so entscheidend ist. Wichtiger ist, dass die Decke nicht zu eng anliegt und die frierende Person auch gegen den kalten Boden hin abgeschirmt ist.

Schattenspender und Notsignal

Auch bei Überhitzung kann die Rettungsdecke ein probates Hilfsmittel sein. Allerdings sollte die Person in diesem Fall nicht darin eingewickelt werden. Die Luft sollte weiterhin um den Körper zirkulieren können. Für die grösstmögliche Abstrahlung zeigt die silberne Seite dabei nach aussen, weg vom Körper. Aufgespannt ist die Decke ausserdem ein wirksamer Schattenspender und schützt Patientinnen und Patienten sowie Helfende bei Bedarf auch vor neugierigen Blicken.

Die Folie hat noch weitere praktische Eigenschaften. Zum einen ist sie wind- und wasserdicht, was sie auch für Outdoor-Aktivitäten unentbehrlich macht. Bei einem plötzlichen Wetterumbruch wird daraus im Handumdrehen ein Unterstand oder ein Not-Biwak. Zum andern ist ihre glänzende Oberfläche ausserdem sehr auffällig und sorgt für gute Sichtbarkeit. Bei einer Bergungsaktion erleichtert das den Rettungskräften die Suche. Insbesondere bei Notfällen im Schnee sollte die goldene Seite nach aussen zeigen, da diese vom Helikopter aus besser zu sehen ist.

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Artikel aus dem «samariter» Magazin, der Verbandszeitschrift des SSB (Ausgabe 3/2021).

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